Die Landschaften der Energiewende

Landschaft und Energieproduktion sind seit jeher eng verbunden. Bis heute werden Landschaften durch Talsperren, Kraftwerke und Hochspannungsleitungen geprägt. Jetzt kommen Windparks als konkrete, weithin sichtbare Zeichen der Energiewende und der Produktion erneuerbarer Energie hinzu. Mit ihrer Präsenz in unseren Landschaften widerspiegeln sie unsere heutige Form der Energieerzeugung und unseren aktuellen Energiebedarf. Sie fügen sich in die Landschaften ein, die wir als «natürlich» oder als Ursprung der Biodiversität empfinden, die der Mensch jedoch schon mehr oder weniger stark verändert hat.

Gleichwohl ist die Schweiz für die Vielfalt ihrer einzigartigen Landschaften berühmt. Diese sind ein besonders schützenswerter Teil unseres kulturellen Erbes. Das schliesst eine harmonische Eingliederung von Windkraftanlagen nicht aus, erfordert jedoch eine gründliche Bewertung der Möglichkeiten und Grenzen. Heute werden Windkraftprojekte von Experten begleitet, die darauf achten, dass sich die Anlagen harmonisch in ihre Umgebung (Topografie, Kammlinie, Wegenetz, Heckenlandschaften) einfügen. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration und höheren Akzeptanz in der Bevölkerung ist eine Landschaftsplanung, die alle Ebenen, ob lokal oder regional, berücksichtigt. Damit sämtliche Standpunkte Gehör finden, braucht es den Dialog der betroffenen Akteure.

Eine Region, die sich der Windenergie öffnet, kommt in den Genuss vieler nützlicher, neuartiger und bereichsübergreifender Begleitmassnahmen, von denen letztendlich Mensch und Natur profitieren: unterirdische Verlegung von Stromleitungen, Sanierung der durch die Baumassnahmen beeinträchtigten Infrastrukturen, Wiederbegrünung oder gezielte Projekte für einzelne Arten oder spezifische Nutzungen. Die Standortanforderungen bleiben dabei stets im Blick. All diese Massnahmen haben den Zweck, das kulturelle und landschaftliche Erbe des jeweiligen Standorts zu erhalten und die Landschaften der Energiewende gemeinschaftlich zu gestalten.